aus der Töpferei

kommen lebensgrosse Traumwesen, die ich als spirituelle Handwerkerin materialisiere.
Und in meinem Laden verkaufe ich Urnen und kleinere Artefakte: Feuer- und Räucherschalen, Äpfel, Federn, Ohren, Göttinnen und andere Gebrauchsgegenstände.

Mondkalb, 2018

aus feinem Steinzeugton modelliert, ungebrannt. 85 x 42 cm.
Am Keramikpanorama 2018 in Murten habe ich Seewasser ins Becken geleert und beobachtet, wie das Mondkalb sich langsam wieder auflöst.
Das hat spannende Diskussionen ausgelöst…

Nach einer Woche hat hier eine töpfernde Familie das restliche Wasser abgeschöpft und den Schlamm geknetet.
Dieser Ton überwintert nun in meinem Keller und ich werde daraus wieder jemanden modellieren – mein zyklisches Weltenverständnis.

 

anima similis, die Sommerausstellung 2018


Aus der Töpferei sind meine seelenverwandten Wesen ins Paradiesli in Sigriswil an die Ausstellung anima similis gereist.

 

Artikel im Thuner Tagblatt
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Werkliste 

 

Panther, anima similis (2018)


41 x 68 x 45 cm
aus stark eisenhaltigem Ton modelliert, mit Eisen, Engobe und Glasur dekoriert, bei 1280°C im Elektroofen gebrannt.
3900.-
Zuerst waren da diese grossen, leuchtenden Augen. Wir haben uns angefreundet. Ich kuschle mich oft und gerne in sein sonnenwarmes Fell, bevor wir auf die Pirsch gehen.

Gwundernase, anima similis (2018)

23 x 16 x 52 cm
Aus fein schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, bemalt mit Engobe und transparenter Glasur, im Elektroofen bei 1280°C gebrannt.
verkauft
In einem Baumkreis in Sörenberg tauchte eine Schar kleine Wesen auf. Eines hat mit uns geplappert. Es war erstaunt, dass wir auf dem Rücken liegen, denn es spürt auf dem Bauch liegend Mutter Erde am besten. Und: Hast du mir Nadel und Faden? Ich will den Anfang ans Ende schnurpfen.

Steinalte, anima similis (2018)

83 x 51 x 55 cm
Aus stark schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, bemalt mit Engobe und transparenter Glasur, im Elektroofen bei 1280°C gebrannt.
verkauft
Ihre Hand war leer, doch ihr Herz war voll…
Zeilen aus dem Lebenslied von Heike Panten,1990

Fünfte kleine Foto: Rolf Brönnimann

Vogelfrei, anima similis (2018)


Wanderfalke:
9 x 82 x 36 cm
Mann: 21 x 92 x 88
Schuhe: 6 x 6 x 16
Aus fein schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, bemalt mit Engobe und transparenter Glasur, im Elektroofen bei 1280°C gebrannt, mit Zweikomonentenzement montiert,
rostfreie Stange aus CN-Rohr.
3900.-
Fliegen können – wer wüscht sich das nicht? Schuhe ausziehen, ins Gras liegen und den Flug des Falken beobachten –
selber Falke werden. Die Sicht über das Ganze bringt grosse Gelassenheit.

Zweite kleine Foto: Gregor Muntwiler

Eichli, anima similis (2018)

70 x 36 x 40 cm
Aus stark schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, bemalt mit Engobe, Eisenoxyd und
transparenter Glasur, im Elektroofen bei 1280°C gebrannt.
verkauft
Oberhalb unseres Dorfes stehen zwei mächtige Eichen so nahe beieinander, dass sie in eine gemeinsame Krone wachsen.
Beide Eichen haben auf der Westseite ein grosses Loch. Da habe ich ihn kennen gelernt, den Eichenzwerg. Er wohnt aber
ebenso in allen anderen Eichen. Er mag Reime. Wenn Fragen in Versform gestellt werden, antwortet er ebenso. Seine Uhr ist
die Natur.

Fünftes Bild: Eichli an seinem neuen Platz

Schlange, anima similis (2018)


41 x 27 x 27 cm
Aus fein schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, im Elektroofen bei 1280°C gebrannt.
verkauft
Mit ihren drei scharfen Zähnen beisst sie plötzlich die Öffnung, die eigentlich immer da war – aber vergessen worden ist.
Schützend rollt sie sich darüber zusammen.

Besenhalterin, anima similis  (2017/18)

188 x 71 x 42 cm
Aus stark schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, bemalt mit Engobe, Eisenoxyd, transparenter Glasur und Gold, im Elektroofen bei 1280°/580°C gebrannt, mit Zweikomponentenzement montiert, Besen.
9800.-
Da unsere Besen an der Hauswand immer umgefallen sind, haben wir eine Betonröhre hingestellt. Praktisch, und nicht sehr schön. Darum habe ich darum herum eine Besenhalterin getöpfert. Eine Gelbbauchunke ist ihr auf den Kopf gehüpft. Diese ist modelliert aus dem Ton, den ich aufbereitet habe aus dem Schlamm der Gelbbauchunke, die sich an der Ausstellung WEGE ZUR KUNST im November 2016 im Zuber mit Wasser aufgelöst hat: mein zyklisches Weltenverständnis.

1. kleine Foto: Daniela Friedli / 5. kleine Foto: in der ile de france / 6. kleine Foto: Marcel Kaeser / 8. kleine Foto: Karl Moser

 

 

Gelbbauchunke  (2016)

Foto Marcel Kaeser

Foto Marcel Kaeser.
Die ungebrannte Gelbbauchunke hockt an der Ausstellung “Wege zur Kunst” im Zuber, den ich mit Wasser fülle.
Sie löst sich im Wasser und im Wetter über den Winter wieder auf.
Sie wird Schlamm, den ich zu formbarem Ton knete, um daraus wieder jemanden zu modellieren:
Mein zyklisches Weltenverständnis.

Mit stark schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, Engobedekoration, ungebrannt, Höhe 72cm, Blechzuber 90x75cm

 

einundalles  (2016)

Ein Selfie,
modelliert auf den Stamm des alten Geschichtenbaumes (2009)
Mit den Federn, die mir meine Gäste zum 50. Geburtstag geschenkt haben:
Verwurzelt fliegen lernen.

Aus stark schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, mit Engobe und Glasur dekoriert, bei 1280°C im Elektroofen gebrannt, 172cm
1. Foto Marcel Kaeser, 3. Foto Daniela Freidli

6600.-

 

Amala  (2015)

Amala, die jüngere Schwester von Gamla Moder Jord, sitzt in Sigriswil im Paradiesli auf ihrer Bank.

Mit stark schamottiertem Steinzeugton modelliert, mit Porzellan und Eisen bemalt, im Elektroofen gebrannt, 82x91x154cm

 

Apfelaufleser  (2015)

Feierabend in der S-Bahn. Auf dem Titelblatt der Gratiszeitung die Nachricht von 80 erschossenen Kindern irgendwo. Auf dem Bild ein Mann, der ein verletztes Kind wegträgt.
Ach, hätte ich doch nicht hingeschaut!
Ich könnte tun, als wäre nichts geschehen.
Aber diese Schlagzeile hat mich erreicht und auch der stechende Blick des Mannes auf dem Bild.
Ich schliesse meine Augen. Und öffne mein Herz. Es geht in Verbindung mit den Kindern, die ihr Leben verloren haben, und mit denen, die die Kinder erschossen haben, und mit denen, die die Kinder verloren haben. Nicht mit ihren Körpern oder ihrer Herkunft, nicht mit ihrem Tod oder ihren Taten oder ihrer Trauer, sondern ganz einfach mit ihrem Kern.
Und da erscheint mir ein Bild:
Ein Mann liest Äpfel auf.
So habe ich mich in der Töpferei in die Arbeit hineingekniet und den lebensgrossen Mann modelliert und viele Äpfel gedreht.
Sammelt er das Paradies ein? Wirft er Fragen auf? Oder verschenkt er Erkenntnisse?

Apfelaufleser aus fein schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, mit Engoben und Nephelinsyenit dekoriert, im Elektroofen gebrannt, 84cm
Äpfel aus hellem Steinzeugton gedreht, mit Engobe und transparenter Glasur dekoriert, 8-14cm, in Korb aus Kastanienholz

Jetzt. Und jetzt?  (2014)

4 Figurenpaare: jetzt. und jetzt?
Die schwarze Figur ist aus stark eisenhaltigem Steinzeugton modelliert und im Elektroofen bei 1300°C gebrannt. Sie ist beständig.
Die rote Figur ist aus dem gleichen Ton modelliert, und an der Vernissage noch feucht. Der rote Ton wird nach und nach trocknen, im Wetter sich auflösen, hinunterrutschen, abfallen, wegfliessen…
Was bleibt ist die schwarze Figur mit leeren Händen.
Und vielleicht wird der rote Ton auf ihrem Kleid Spuren hinterlassen.

Aus feinschamottiertem, stark einsenhaltigem Steinzeugton modelliert, z.T. gebrannt (schwarz), z.T. ungebrannt (rot), 31-23cm, in Schale ∅ 40cm, auf Haselstockdreibein, 150cm

 

Bäckerin  (2014)

Bäckerin, eine Erntedankskulptur.
Aus fein schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, mit Engoben und Glasur bemalt und im Elektroofen bei 1280° C gebrannt, H 55cm

 

 

 

Ich setzte den Fuss in die Luft und sie trug.  (2014)

Hilde Domin (1909-2006)

Kopf und Beinchen im Casier in Montet.
Kopf aus stark eisenhaltigem Steinzeugton, nur vorgebrannt bei 980°C
Bein aus hellem Steinezugton, gebrannt bei 1280°C
Casier H 88cm

 

 

Kalis Krallen, Rosendorn, stummer Schrei  (2012)

Kali ist ungerufen aufgetaucht!

Kalis Krallen aus Steinzeugton modelliert, mit Engobe und blutroter Glasur dekoriert, bei 1280°C im Elektroofen gebrannt, 66-74cm
Rosendorn aus hellem Steinzeugton, im offenen Feuer gebrannt, 42cm
Stummer Schrei aus manganhaltigem, frisch aufbereitetem, noch nicht durchgeknetetem Steinzeugton modelliert, mit Eisen und blutroter Glasur bemalt, im Elektroofen gebrannt, 24cm

 

 

 

Gamla Moder Jord  (2011)

Oh, du gamla –

Oh, du gamla moder –

Oh, du gamla moder Jord!

var har du varit den hela, hela langa natten?

var har du varit den hela, hela langa natten?

Oh lie her, lie her!

Oh lie her, lie her!

 

Oh, du Alte –

Oh, du alte Mutter –

Oh, du alte Mutter Erde!

Wo bist du nur die ganze, ganze lange Nacht gewesen?

Wo bist du nur die ganze, ganze lange Nacht gewesen?

Oh gerade hier, gerade hier!

Oh gerade hier, gerade hier!

Gamla Moder Jord: Meine alte Mutter ist mir Modell gesessen für diese alte Mutter Erde. Sie hat im Sommer 2011 an der Ausstellung Quelle auf dem Möschberg – und seither an vielen anderen Orten – die Menschen auf ihr Bänkli eingeladen. Nun sitzt sie bei uns in der Wohnstube.

Aufgebaut aus stark schamottiertem Steinzeugton, mit Porzellan und Eisen bemalt, im Elektroofen bei 1280°C gebrannt, Gartenbank 180 cm breit 

 

Sophias Tripel  (2011)

Sophias Tripel: Aus hellem schamottiertem Steinzeugton aufgebaut, gebrannt im Elektroofen bei 1280°C, Höhe 70 cm

4200.–

 

 

aus der Töpferei 1994 – 2010