Jetzt

Samhain

Samhain ist ein Übergang. Von der hiesigen Welt in die Andere. Sei es, jemanden begleitend, der am Sterben ist – sei es sich selber mit dem eigenen Sterben auseinandersetzend – sei es in Kontakt kommend mit den Ahnen – sei es sterbend…

Fluss

In vielen Kulturen ist ein Fluss das Symbol für den Übergang in die Anderswelt. Noch heute werden am Ganges in Indien unzählige Kremationsriten gefeiert. Hades bezeichnet in der griechischen Mythologie den Ort der Toten. Mit Hilfe des Fährmannes Charon kann der Fluss Styx überquert werden. König Arthus wird von seiner Schwester Morgaine in der Barke nach Avalon geschifft.

Wer wird uns bringen ans andere Ufer?

Fährmann, Fährmann, komm und hol über!

Komm hol über, komm hol über!

Die Natur macht uns vor, wie das geht mit dem Abstieg: der Baum lässt die Blätter fallen, sonst reisst sie ihm der Herbststurm vom Gerippe, der Saft zieht sich in die Wurzeln zurück, die Amphibien verkriechen sich im hohlen Wurzelstock und lassen Herzschlag und Atem fast still stehen, Spinnweben (Ahnenhängematten) überall, Nebelschwaden verschleiern das Tal, der erste Frost umzähnt jedes Blatt…

In alten Zeiten wurden Rituale gefeiert, in denen ein Mensch sein Grab schaufelt, und sich hineinlegt, eine ganze Nacht lang.

In der modernen Medizin wird Sterben als Fehler wahrgenommen, als Versagen unserer unzähligen, kostspieligen Forschungserrungenschaften.

Sterben ist natürlich. Die Natur macht es uns vor. Auch wir sind Natur.

 

Oft wollen wir das nur nicht in unserem Alltag dabei haben. Abschied wird oft im engsten Familienkreis genommen. Trauern, nach kurzer Zeit schon als Krankheit taxiert. Wir wissen nicht mehr wie das geht, wir wurden verschont und haben keine Vorbilder mehr. So haben wir Möglichkeiten verloren, uns wieder und wieder mit der eigenen Vergänglichkeit zu konfrontieren.

Mehr und mehr Menschen wollen das Tabu Sterben/Tod/Trauer nicht länger aufrechterhalten und es gibt wieder Möglichkeiten, sich mit Anderen damit auseinander zu setzen, darüber zu reden, zu trauern, zu singen, zu ahnen, zu feiern…

 

Zum Beispiel das Totengedenken am 1. November 2018 am Wohlensee: Ein Fährfrauenritual mit 100 Kürbislichtern und viel Stille…

Alle sind herzlich eingeladen, auch zum Kürbishöhlen am Nachmittag in meiner Töpferei!

 

Schwarz und dunkel

 

Schwarz und dunkel

Umhüllt mich die Nacht

Ruhe umgibt mich

Die still mich macht

Spür meinen Atem

Hör mein Herz schlagen

Sprich meine Seele

Was willst du mir sagen?

 

Dunkle Zeit

Wurzelzeit

Führst mich nach innen

Mich zu besinnen

Wer ich bin.

 

Lied von Arunga Heiden

 

zu meinem Ritualverständnis