Jetzt

 

reif – leuchtende Farben – Altweibersommer – satt – zufrieden – klares Licht – klare Sicht – Übersicht – Öpfu Bire Nuss und du bisch duss – Abstand – absterben – Tee trinken – Wehmut – Wasser – heilen – danken – nachdenken – nach innen wenden – loslassen – im Märchenbuch lesen – sinken – still werden – still sein …

 

hineinsinken ins Sinken

Die Sonne sinkt, der Herbstregen nieselt, die Blätter fallen, die Baumsäfte ziehen sich in die Wurzeln zurück.

 

Das Mondkalb
im Wasser
wird nass
und nasser.
Bald
ist das Kalb
nur noch halb.

 

Mabon


Mabon ist der alte Name für die Herbsttagundnachtgleiche, der Höhepunkt des Herbstes. Das Ernten, das um Lughnasadh herum begonnen hat, geht jetzt zu Ende und das Fest ist vor allem ein Danksagungsritual, das der Sonne und dem Mond, dem Gott und der Göttin gilt. Das Phänomen, dass Tag und Nacht gleich lang sind, ebenso wie am Tag von Ostara, gilt als Gleichgewicht zwischen den weiblichen und männlichen Kräften. An Ostara ist  alles im Aufbruch und es geht um so oder so. Im Laufe des Jahres ist alles gewachsen und gereift und nun ist sowohl als auch angesagt.

 

Es gibt Forschungen, die anhand von Figurenfunden bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. In dieser Zeit sind zwillingshafte Frauenpaare in auffällig vielen Beispielen erhalten. Einige dieser Figuren stellen offensichtlich eine Dualität der Vegetationsgöttinnen dar, von denen Eine die Zeit des Wachstums und die Andere die Zeit der Saatruhe repräsentiert. Diese Deutung wird durch die Tatsache verstärkt, dass die meisten dieser Doppelfiguren an einer Stelle wie zusammengewachsen erscheinen, so dass die Eine nicht ohne die Andere existieren kann.

Gelassen blickt der Greis und die Greisin auf ein langes Leben zurück. Die Spanne der Zukunft ist klein geworden. Stattdessen richten sich die Gedanken aufs Jenseits und zugleich werden die letzten Dinge geregelt. Es ist die Zeit von Erinnerungen und Geschichten, die den Kindern und Enkeln weitergegeben werden, vielleicht in Form von Erzählungen, vielleicht in alten Fotos, Tagebüchern und Aufzeichnungen. Die Ernte des langen Lebens möchte das Leben der Erben bereichern.

Abschiede, ob klein oder gross – eine zeitweilige räumliche Trennung oder eine innerliche krisenbedingte Trennung oder die grosse Trennung durch den Tod – sind Teil des Lebens und der Liebe. Sie lösen Schmerz aus, und dieser Schmerz möchte ausgedrückt und verarbeitet werden.

Die Würdigung der kleinen und grossen Abschiede in unserem Leben könnte unserem Leben und unserer Liebe mehr Tiefe geben und zugleich mehr Leichtigkeit.
Aus: Eva Windele Jahreszeiten Magie Heilung

 

 

Wenn die Herzen überlaufen ist junger Herbst und ferner Frühling. Ist Ernte und Saat und die Demut darüber wie ein weicher Seidenschal mit Goldfaden durchwoben.

SMS-Poesie von Jacqueline Forster

zu meinem Ritualverständnis