Jetzt

 

Spreu vom Weizen trennen – überfliessen – anerkennen – (Mond)Sichel – Tränen – ein Kränzchen winden – die Bestimmung leben – reif – spruchreif – die Haare schneiden – nach dem Heuen in den kühlen Bach – nach dem Heulen in den kühlen Bach – Gewitterwolken – Blitz und Donner – Firabe – verwandeln – verzaubern – verschenken – Gold – eine silberne Haarsträhne

Lughnasadh – Lammas – Schnitterin – Kräuterweih 

Dieses Fest liegt genau zwischen der Sommersonnwende und der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Im Kreis liegt es gegenüber von Imbolc, dem Lichtfest.
Es ist ein Mondfest. Es hat verschieden Namen. Auch der genaue Zeitpunkt wird bei verschiedenen Quellen unterschiedlich festgelegt. Allen Festen zu Grunde liegt aber der Übergang von der hellen, üppigen, vollen Sommerzeit in die absteigende, sinkende Energie, in den Beginn der Dunkelheit.

 

Lughnasadh
Wenn Lug die Haare geschnitten werden, muss er als Sonne, als Licht die Kraft am Himmel dem Mond, der Mondsichel, der Dunkelheit überlassen.
Grad noch freuen wir uns über das reich tragende Getreidefeld, am nächsten Tag schauen wir auf die Stoppeln des abgemähten Feldes…

Lammas

Alle Arbeitsschritte – das Schneiden des Korns, das Dreschen der Ähren, das Mahlen der Körner, das Kneten des Teiges mit dem Aufgehen lassen, das Formen des Brotes in symbolische Zeichen und das Backen – alles sind magische, heilige Handlungen, die gefeiert werden an Lammas, der Messe des ersten Brotlaibes, loaf-mess.

Schnitterin
Die Schnitterin schneidet. Sie schneidet weg und weg und weg und weg, bis das Wesentliche sichtbar wird.
(Historischer Scherenschnitt: «Herde unter Bäumen», 1801, von Antoinette Lisette Fäsi)

Kräuterweih

Die Legende erzählt, dass im Augenblick der Himmelfahrt Mariens ein wunderbarer Duft dem Grab entstiegen sei. Als die Apostel das Grab öffne-ten, fanden sie viele Kräuter und Blumen. Dieser Legende folgend wird vor allem in katholischen Gebieten am Sonntag vor oder nach dem 15. August die Kräuterweihe oder der Büschelfrauentag gefeiert: ein Kräuter-buschen wird gebunden, geweiht und im Hausgiebel oder dem Herrgotts-winkel aufgehängt. Der Kräuterbusch hat allerdings schon eine Tradition aus vorchristlicher Zeit. Oft werden 7 oder 9 oder 77 oder gar 99 Kräuter gesam-melt. Dabei werden die Kräuter als Persönlichkeit angesprochen und um ihre Kraft gebeten. Der Busch wird mit dem roten Band der Göttin der Fülle zusam-mengebunden. Traditionellerweise thront im Zentrum die Königskerze. Andere häufig verwendete Kräuter sind Johanniskraut, Rose, Holunder, Schafgarbe, Ringelblume, Minze, Vogelbeere, Brennnessel, Frauenmantel, Salbei und manchmal auch Zwiebeln und Rüben. Die Wirkung des Augustvollmondes verstärkt vielleicht nicht die Heil-, sicher aber die Zauberkraft dieser Kräuter… Wenn nötig wird während dem dunklen halben Jahr aus dem Kräuterbusch ein Kraut herausgezupft und zum Räuchern oder als Heilmittel verwendet, unters Kopfkissen gelegt oder kranken Tieren verfuttert. Im nächsten Jahr wird der alte Buschen verbrannt und ein Neuer gebunden.

 

zu meinem Ritualverständnis