Kunst

Die Arbeit mit der Trauer über viele Jahre zeigt sich auch in meiner Kunst:

 

Lebensweg

für Claudia
1997

 

 Hier und Wo

Foto Hans Mosimann

2006

Das Tor mit der Schwelle stand 2006 auf dem Weg zum alten Friedhof an der Skulpturenausstellung und … in Münsingen und 2007 bis 2008 im Friedhof in Bremgarten bei Bern an der Ausstellung Übergänge.
Foto Hans Mosimann.

Hier pendelt das Leben zwischen den
Gegensätzen wie Schwarz und Weiss.
Und im Wo – sind sie dort aufgelöst?
Die roten Figuren stehen mit einem Fuss auf der Schwelle. Die Blauen auf der Aussenseite bestehen aus den gleichen Mosaikteilen, und sie lösen sich langsam auf, gehen ins Himmelblau über.
Namen von Frauen von A−Z, Namen von Männern von A−Z. Damit sind ALLE gemeint.
Auch ich werde mich im Übergang von Allen zusammen, von A−Z, verabschieden.
Ich stelle mich auf die Schwelle zwischen Leben und Tod. Unter mir ein roter Kreis, Erde noch, Materie. Über mir ein rundes Loch, und wenn ich mich auch wieder aufrichte, kann ich schon den Himmel sehen.
Ich schreite durch das Tor. Hier kenne ich. Wie wirds im Wo?

 

Himmelblau

HIMMELBLAU
&
NICHTS
BLEIBT

ÜBRIG
GEWESENE WESEN VERWESEN

Diesen Text kann ich wie gewohnt von oben
nach unten lesen. Oder von unten nach
oben – mein Kopf hebt sich, es gibt wieder
Platz zum Atmen, Trost und Mut.

2007
neben dem Aufbahrungsraum auf dem Friedhof in Bremgarten

 

Schneeflocke

2009
∅ 200 cm

Die Schneeflocke liegt im Norden, im Winter, in der Brachzeit.
Unter der federleichten Schneeflockendecke liegt ein Mensch. Schläft er? Oder ist er schon tot? Oder noch nicht geboren?

Vom Winter wieder lernen, sich überschneien zu lassen
– ohne Furcht.
Eveline Hasler

 

Barke

2009

Wer wird uns bringen ans andere Ufer?
Fährmann, Fährmann, komm und hol über!
Komm, hol über, komm, hol über!

In diesem Lied wird der Fährmann besungen, in der Barke hat eines der ältesten, noch materialisierten Weiber der Welt, die Venus von Willendorf, Eindruck hinterlassen. Die Fruchtbarkeitsstatuette ist 25 000 Jahre alt und im Original nur 5 cm gross. In der Barke ist sie lebensgross modelliert, wenn der Regen Pfützen bildet, ist sie besonders schön zu sehen.

 

Stummer Schrei

2012
Trauer hat viele Gesichter

 

Jetzt. Und jetzt?

2014
Die schwarze Figur ist aus stark eisenhaltigem Steinzeugton modelliert und im Elektroofen bei 1300°C gebrannt. Sie ist beständig.
Die rote Figur ist aus dem gleichen Ton modelliert und an der Vernissage noch feucht. Der rote Ton wird nach und nach trocknen, im Wetter sich auflösen, hinunterrutschen, abfallen, wegfliessen …
Was bleibt, ist die schwarze Figur mit leeren Händen.
Und vielleicht wird der rote Ton auf ihrem Kleid Spuren hinterlassen.

 

Ich setzte den Fuss in die Luft
und sie trug

Hilde Domin

Casier bei Hofers in Montet
2014