FährFrauen begleiten am Lebensende und an der Schwelle zur Anderswelt.
Sie betten Tote zur Ruhe und gestalten mit Dableibenden den Abschied.
Sie sind da für die Vorausschauenden, die Toten und die Dableibenden.
Ich bin FährFrau.
Seit 10 Jahren leite ich am 1. November das Totengedenkritual der FährFrauen am Wohlensee bei Bern.
Nun bin ich auch im Netzwerk der FährFrauen tätig.
„Das Wunder habe ich erlebt, als ein Kindchen in meinem Bauch gewachsen ist. Ich, die ich nicht einmal weiss, wie man einen Fingernagel macht. In dieser Zeit ist eine gleichaltrige Freundin aus dem Leben gegangen. Auch mit ihr und der Trauer um sie erlebte ich eine aussergewöhnliche Zeit. Seither faszinieren mich die Tore ins und aus dem Erdenleben.
Und das, was diese Tore bei den Menschen bewirken, die da in der Nähe stehen. Die Nahestehenden begleite ich durch die Strudel dieser Zeit, wenn ihre Tränen den Fluss nähren, über den die Verstorbenen vorausgegangen sind. Auch dann, wenn kleine Kinder schon wieder gehen, bevor sie angekommen sind. Auch dann, wenn die Dagebliebenen ihre Tränen in die Hände fliessen lassen und in meiner Töpferei selber Hand anlegen wollen, um den Abschied sicht- und begreifbar zu machen.
Als Keramikerin modelliere ich Urnen für die Ewigkeit (gebrannt) oder die Vergänglichkeit (getrocknet) und Grabmale. Als Ritualleiterin gestalte ich individuelle Abschiedsfeiern und bette die gewesenen Wesen in den Schoss der Mutter Erde zurück. Als FährFrau kann all das zusammenfliessen.“
Ausschnitte aus der Website der FährFrauen:
Kultur – in Anerkennung des Todes leben
Der Tod ist uns fremd geworden,
wir kennen weder Ort noch Zeit.
Viele Menschen haben Angst vor
der Ungewissheit und dem Sterben.
Der Tod lässt sich nicht ewig verdrängen,
früher oder später neigt sich meine Zeit.
Darum gehören Tod und Abschied so nahe
zum Leben wie Werden und Wachsen.
Handwerk – Bestattung in Frauenhänden
Alle – Kinder, Frauen und Männer –
sind von Frauen geboren worden.
Hebammen unterstützen Gebärende,
waschen und versorgen Neugeborene.
FährFrauen begleiten am Lebensende
und an der Schwelle zur Anderswelt.
Sie betten Tote zur Ruhe und gestalten
mit Dableibenden den Abschied.
Wichtige Fragen – Alles hat seine Zeit
Der Tod berührt, wühlt auf, löst auf,
unaufhaltsam, unerbittlich, radikal.
Zeitraum zwischen den Zeiten,
schwebend zwischen den Welten.
Am äussersten Rand des Lebens
befindet sich alle Zeit der Welt.
Lassen Sie sich Zeit! Geben Sie sich Zeit!
Ist der Tod da, ist die Zeit gekommen.
Wir über uns – Was uns wert und wichtig ist
Wir lassen uns ein und begleiten
in Respekt und Wertschätzung.
Wir horchen und schweigen in die
Wortlosigkeit hinein, ins Unsagbare.
Wir ermutigen, die Ungewissheit
über alles Kommende auszuhalten.
Wir sind einfach da in offener
Gelassenheit wider alle Vernunft.
Kontakt – FährFrau – setz über!
Das FährFrauen Netzwerk
ein Zusammenschluss
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